Bundesforschungsprojekt des DVL zur Gemeinwohlprämie

Gemeinsame Agrarpolitik: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – Weiterentwicklung eines Modells zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft in der Agrarpolitik (GAP)

Foto: Peter Roggenthin

Im August 2017 bekam der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) den Auftrag für das mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderte Forschungsprojekt „Gemeinsame Agrarpolitik: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – Weiterentwicklung eines Modells zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft in der Agrarpolitik (GAP).

Im Rahmen des F&E-Projekts wird überprüft, wie die bereits 2011/2012 in Schleswig-Holstein konzipierte und in der Praxis getestete Methode zur Ermittlung der Leistungen landschaftlicher Betriebe für die Schutzgüter Biodiversität, Klima und Wasser auf andere Bundesländer Deutschlands angewendet werden kann. Hierzu wird die Methode einerseits bei 93 landwirtschaftliche Betrieben in den Bundesländern Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg in der Praxis getestet und in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeorganisationen evaluiert. Andererseits werden die Maßnahmen vom „Thünen Institut für ländliche Räume“ im Rahmen einer Befragung von Agrar- und Umweltverwaltungen auf ihre Integrierbarkeit in die Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsysteme (InVeKoS) der Bundesländer überprüft.

Die aus naturschutzfachlicher und verwaltungstechnischer Sicht bundesweit anwendbaren Maßnahmen bildeten die fachliche Grundlage für den Vorschlag des DVL zur Integration der Maßnahmen der Gemeinwohlprämie in die Öko-Regelungen der GAP nach 2020. Die sogenannte „Regelungen für Klima und Umwelt (Öko-Regelungen)“ werden als neue Kategorie der Direktzahlungen in der 1.Säule eingeführt werden und dienen ausschließlich der Umsetzung der drei spezifischen Umwelt- und Klimaziele der GAP. Da die Programmierung der Öko-Regelungen nach dem aktuellen Stand der GAP-Verhandlungen für die Mitgliedstaaten verpflichtend, die Teilnahme daran für landwirtschaftliche Betriebe jedoch freiwillig ist, müssen Sie entsprechend sinnvoll und attraktiv ausgestaltet werden, um ihre Zielsetzung zu verwirklichen.

An der Entwicklung des Konzepts waren neben Expert*innen des DVL auch Bundes- und Länderministerien im Rahmen einer Projektbegleitenden Arbeitsgruppe, sowie Wissenschaftler*innen und Verwaltungsvertreter*innen, beteiligt. So führten die Agrarökonomen Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann und Dr. Gunnar Breustedt (Universität Kiel) Modellrechnungen zur Anpassung der Berechnungsmethode und zur Ermittlung der Betriebszahlungen durch (siehe Abschlussberichte).

Das Konzept der Gemeinwohlprämie stellt nach den Ergebnissen des F&E-Projektes ein praxistaugliches und administrierbares Umsetzungsmodell dar, um ökologische Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft leistungsbezogen innerhalb der Öko-Regelungen der 1. Säule zu honorieren.

Literatur zur Gemeinwohlprämie

Kontakt

Corinna Friedrich

Deutscher Verband für Landschaftspflege
Promenade 9
91522 Ansbach

Tel: (0981) 18 00 99 11
E-Mail: c.friedrich(at)lpv.de

Projektlaufzeit: 08/2017- 02/2020

Fördergeldgeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Gefördert durch

 

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de